2. DER REISENDE

Aus Reisen eine Fantasiewelt gestalten

Der Familienüberlieferung zufolge soll der damals 11-jährige Jules Verne von zu Hause weggelaufen sein und sich im Hafen von Nantes heimlich an Bord des Dreimasters La Coralie geschleust haben, der in Richtung Indien auslief. Die Glaubhaftigkeit dieses Vorfalls wurde zwar inzwischen angezweifelt, doch Jules Vernes Leidenschaft für das Meer und Schiffe ist durchaus belegt.
Auch wenn das Bild eines sesshaften Autors, der nur in Büchern auf Reisen geht, nach wie vor besteht, sieht die Realität etwas anders aus: Die zahlreichen Romane und Szenen aus Außergewöhnliche Reisen, die an Jules Vernes eigenen Reiseerfahrungen inspiriert sind, reichen aus, um dieses Bild zu widerlegen.
Jules Verne reiste hauptsächlich auf dem Seeweg, entweder an Bord seiner eigenen Segelschiffe oder als Passagier auf Kreuzfahrtschiffen.
Im Jahr 1894 vertraute er dem Journalisten Robert Sherard an: „Das Yachtsegeln ist mir ein Vergnügen, dabei habe ich aber immer im Hinterkopf, Notizen für meine Bücher zu machen. Das ist ein ständiges Bedürfnis, und jeder meiner Romane hat von meinen Reisen profitiert.“


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Jean Bruneau
Portraits von Jules Verne
Bleistiftzeichnungen, 1978
MJV C579 (Schenkung von Jean-Michel Bruneau, 2022)


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Benoît Vieillard
Die Saint Michel II
Aquarellzeichnung, Tinte und Bleistift auf Papier, 2020
MJV C561 (Kauf vom Künstler, 2021)


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Benjamin Guyet
Die Saint Michel II
Linolschnitt auf Papier – Ex. 2/32
Verlag Les Éditions de l’Étau, Nantes, 2015
MJV C521 (Kauf vom Künstler, 2015)

Benjamin Guyet, ein begeisterter Werbegrafiker, gestaltet eigene Plakate, auf denen er fiktive Veranstaltungen ankündigt.

Eine seiner Serien ist Jules Verne und seinen Romanen gewidmet, die er in einer schrägen Lesart vorstellt. Dieses Plakat kündigt den Zwischenstopp der Saint Michel II in La Roche-Maurice, einem Dorf am Loireufer flussabwärts von Nantes, an. Der Autor reiste von 1876 bis 1877 auf diesem Schiff.


Die Entdeckung Skandinaviens

Im Sommer 1861 war Jules Verne noch nicht der bekannte Autor von Außergewöhnliche Reisen. Er arbeitete an der Pariser Börse, um seine Familie zu ernähren, träumte jedoch davon, dem Alltag zu entfliehen.

In Begleitung seiner beiden Freunde Aristide Hignard und Émile Lorois hatte er die Gelegenheit, an Bord eines Schiffes nach Skandinavien zu gehen. Die Reise dauerte etwa sechs Wochen und folgte einer genauen Route: Dänemark und Ankunft in Kopenhagen, Norwegen und die Durchquerung der Grafschaft Telemark bis nach Bergen und anschließend nach Christiania (dem heutigen Oslo). Die Reisenden erkundeten die Fjorde, Wasserfälle und schroffen Berge. Jules Verne machte sich in seinem Reisetagebuch zahlreiche Notizen über die Geologie und die lokalen Bräuche. Doch als er erfuhr, dass die Geburt seines Sohnes Michel unmittelbar bevorstand, musste er die Reise verkürzen und überstürzt nach Paris zurückkehren.

Diese Entdeckung der nordischen Länder inspirierte den Autor zu den Romanen Reise zum Mittelpunkt der Erde und Ein Lotterie-Los.


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Jules Verne
Die fröhlichen Leiden dreier Reisender in Skandinavien
Um 1861
Ms 2756-2 – Ausstellungsabzug (Bibliothek Louis Aragon, Gemeindeverband Amiens Métropole)

Dieses Manuskript ist das erste Kapitel eines autobiografischen Romans, den Jules Verne vermutlich nach seiner Rückkehr aus Skandinavien verfasst hat. In diesem Text zeigt er eine große Begeisterung für die Vorstellung, eine solche Reise zu unternehmen, und bereitet sich darauf vor, seinen zukünftigen Lesern seine nordischen Abenteuer detailreich zu schildern.


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Ein Lotterie-Los
Verlag Hetzel, Paris, 1886
MJV A376

Die Handlung des Romans spielt in der norwegischen Grafschaft Telemark, die Jules Verne im Sommer 1861 besuchte. Er beschrieb darin präzise die Gasthäuser, Straßen und Landschaften, die er 25 Jahre zuvor kennengelernt hatte.


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Jules Verne
Reisetagebuch,
um 1861
Ms 2874B – Ausstellungsabzüge (Bibliothek Louis Aragon, Gemeindeverband Amiens Métropole)

Das Werk und das Leben des Autors verschmelzen bisweilen miteinander: Das eine schöpft seine Inspiration aus dem anderen. So wie dieses Reisetagebuch, das von der Druckerei Henry Penny’s Patent hergestellt wurde und 80 Seiten mit Notizen und Skizzen zu seiner Skandinavienreise enthält. Es wird in seinem autobiografischen Text Die fröhlichen Leiden dreier Reisender in Skandinavien ausdrücklich erwähnt.


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Jules Verne
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
Verlag Hetzel, Paris, 1868-1872
Sammlung des Jules-Verne-Museums


Eine Reise durch die Lüfte

Jules Verne unternahm in seinem ganzen Leben nur einen einzigen Ballonflug. Dieser Flug fand am 28. September 1873 an Bord des Ballons Le Météore zusammen mit Eugène Godard statt. Er dauerte 24 Minuten, und es wurden nur wenige Kilometer am Himmel zurückgelegt. Der Ballon stieg zwar auf, doch das vorgesehene Ballastgewicht reichte nicht aus, um einen echten Aufstieg zu ermöglichen und eine große Entfernung zurückzulegen. Sehr schnell begann der Ballon einen abrupten Sinkflug. Vielleicht haben diese Eindrücke Jules Verne zu den ersten Seiten des Romans Die geheimnisvolle Insel inspiriert, an dem er zum Zeitpunkt dieser kurzen Reise durch die Lüfte gerade schrieb.

Eugène Godard war einer der berühmtesten französischen Luftfahrer. Zwischen 1845 und 1890 baute er 18 Heißluftballons und 50 Gasballons und führte mehr als 1.500 Aufstiege durch.


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Die geheimnisvolle Insel
Vom Regisseur Cyril Enfield, Vereinigte Staaten, 1961
MJV D720

Dieser Fantasyfilm ist eine freie Adaption des Romans von Jules Verne.

Im Jahr 1865 flieht eine Gruppe von Nordstaatlern an Bord eines Beobachtungsballons während des Sezessionskriegs in den Vereinigten Staaten. Ein heftiger Sturm treibt sie auf eine unbekannte Insel im Pazifik. Schon bald entdecken diese gestrandeten Fluggäste, dass dieser Ort riesige Kreaturen und einen geheimnisvollen Beschützer beherbergt, der kein Geringerer ist als Kapitän Nemo.


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Jules Verne
Die geheimnisvolle Insel,
1873
MS 83-13 – Ausstellungsabzug (staatliche Hinterlegung)

Im Jahr 1873 unternahm Jules Verne seine erste und einzige Ballonfahrt. Im selben Jahr begann er mit der Arbeit an seiner großen Robinsonade Die geheimnisvolle Insel. Die erste Seite des Manuskripts schildert den katastrophalen Absturz des Ballons, in den sich dessen Passagiere geflüchtet hatten. Vielleicht ist dieser Anfang der Erzählung von Jules Vernes eigenen Erlebnissen an Bord des Ballons Le Météore inspiriert?


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Jules Verne
Die geheimnisvolle Insel
Verlag Hachette, Paris, 1917
MJV A214

Dieser 1875 erschienene Roman von Jules Verne erzählt die Abenteuer von fünf Personen, die während des Sezessionskriegs (1861–1865) vor der Belagerung von Richmond fliehen. Ihr Ballon gerät in einen Hurrikan und strandet auf einer unbekannten Insel, die sie zu Ehren des 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Abraham Lincoln, Lincoln-Insel nennen.


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Jules Verne
24 Minuten im Ballon
Jeunet, Amiens, 1873
MJV H241

Bericht über den einzigen Aufstieg im Ballon, den Jules Verne in dem Ballon Le Météore am 28. September 1873 unternahm. Dieser Text, der im Journal d’Amiens vom 29./30. September 1873 erschien, ist in Form eines Briefes an Théodore Jeunet, den Herausgeber dieser Tageszeitung, verfasst. Wenig später veröffentlichte Jeunet diesen Bericht unter dem Titel Vingt-quatre minutes en ballon (Vierundzwanzig Minuten im Ballon) in Form eines Hefts, das hier ausgestellt ist.


Schottland, zwischen Legenden und Industrie 

Im Jahr 1859 unternahm Jules Verne seine erste große Reise außerhalb Frankreichs. In Begleitung seines Freundes, dem Musiker Aristide Hignard, reiste er in ein Land, das ihn faszinierte: Schottland. Im Jahr 1895 erzählte er das der Journalistin Marie Belloc: „Mein ganzes Leben lang habe ich mit Freude die Werke von Sir Walter Scott gelesen, und während einer unvergesslichen Reise auf die Britischen Inseln habe ich in Schottland meine schönsten Stunden verbracht. Wie in einer Vision sehe ich noch heute die schöne, malerische Stadt Edinburgh […], und viele andere bezaubernde Erinnerungen…“.

Mit einer Methode, die er fortan systematisch anwenden würde, notierte Jules Verne Reisezeiten, Reiseziele und ungewöhnliche Details sowie all seine Reise-Eindrücke.  Die Ausstrahlung der Industriestädte  und Bergbaulandschaften prägte den Autor, dessen Notizen nach seiner Rückkehr zum Verfassen von Reise mit Hindernissen nach England und Schottland verwendet wurden und später, im Jahr 1876, für  Die Stadt unter der Erde und im Jahr 1881 für Das grüne Leuchten.


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Jules Verne
Reise nach England und Schottland,
1859
MJV B81 – Ausstellungsabzug (1981 mit Unterstützung der Region Pays de la Loire, des Departements Loire-Atlantique und der Stiftung Fondation de France erworben)

Dieser Roman mit Jacques Lavaret und Jonathan Savournon in den Hauptrollen berichtet von der Reise, die Jules Verne und Aristide Hignard im Jahr 1859 unternommen haben. Dieses Manuskript gilt als der erste Text, den Jules Verne seinem zukünftigen Verleger Hetzel vorgelegt haben soll – noch vor seinem Roman Fünf Wochen im Ballon. Es wurde jedoch abgelehnt und erschien so erst 1989.


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Jules Verne
Das grüne Leuchten
Verlag Hetzel, Paris, 1882-1890
MJV A372

Fingalshöhle
MJV CP424

Die Fingalshöhle ist eine Basalthöhle auf der Insel Staffa, die zur Inselgruppe der Inneren Hebriden in Schottland gehört. In der Erzählung wird die von der Schönheit der Höhle faszinierte Miss Campbell von einem gewaltigen Sturm überrascht.


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Jules Verne
Die Stadt unter der Erde
Verlag Hetzel, Paris, 1890
MJV A1114

Die Stadt unter der Erde
ist einer der poetischsten Romane von Jules Verne. Darin stellte er das neue, industrielle Schottland dem alten, von Legenden geprägten Schottland gegenüber. Für diese Erzählung schöpfte er aus den Eindrücken seiner eigenen Reise im Jahr 1859. Er beschrieb darin die schöne und malerische Stadt Edinburgh, die „zu Recht den Namen Athen des Nordens verdient hat“.


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Walter Scott
Beschreibung Schottlands
Firmin Didot Frères, Paris, 1843
MJV A2064

Marie-Adélaïde Belloc
Jules Verne at home, in The Strand Magazine
Band 9, Vereinigtes Königreich, Februar 1895
MJV H886
Im Jahr 1894 empfing Jules Verne die Schriftstellerin und Journalistin Marie-Adélaïde Belloc bei sich zu Hause. In diesem Gespräch erwähnte er seine Vorliebe für britische Autoren wie Walter Scott, und er verriet, dass er dessen Werke mit Freude gelesen hat.


Das Mittelmeer

Im Jahr 1884 bereiste Jules Verne an Bord seiner Dampfyacht, der Saint-Michel III, mit seiner Familie und ein paar Freunden das Mittelmeer. Von Nantes aus fuhr die Besatzung entlang der spanischen und portugiesischen Küsten, bevor sie in die Straße von Gibraltar einlief.
Bei Zwischenstopps in Oran, Algier und Karthago wurde der Schriftsteller wie ein wahrer Star empfangen. Anschließend nahm das Schiff wieder Kurs auf Malta, Sizilien und Italien, wo die Reisenden Neapel, Rom und Venedig besuchten.

Diese herausragende Seereise war die letzte, die Jules Verne unternahm, bevor er im Jahr 1886 gezwungen war, sein Schiff zu verkaufen.

Dank dieser Reise, die ihn stark inspirierte, konnte der Autor den Lesern von Mathias Sandorf eine echte Postkarte vom Mittelmeer präsentieren. Er führte seine Helden von Triest nach Pisino (Pazin), zur Bucht von Cattaro (Kotor), nach Malta, Syrakus, Gibraltar, Suez, Karthago, Monaco … Und nicht zu vergessen auf die fiktive Insel Andikythira, tief im Golf von Tripolis verborgen.


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Jules und Honorine Verne, am Heck der Saint Michel III sitzendFotografie, um 1880
MJV E670 – Ausstellungsabzug (erworben im Jahr 2017 mit Unterstützung des Fonds  Fonds régional d’acquisition pour les bibliothèques Pays de la Loire)

Im Jahr 1877 leistete sich Jules Verne etwas „Verrücktes“ im Wert von 55.000 Francs mit dem Kauf der Saint Michel III, die von der Werft Chantiers Jollet Babin (der späteren Werft Chantiers de la Loire in Nantes) gebaut worden war: eine 35 Meter lange, als Schoner getakelte Dampfyacht mit zahlreichen Annehmlichkeiten. „Welche Reisen stehen uns bevor, welch eine Fülle an Eindrücken und Ideen es zu entdecken gibt“ – so schrieb Jules Verne seinem Verleger Hetzel.


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Jules Verne
Mathias Sandorf,
1884
MJV B147 – Ausstellungsabzug (1981 mit Unterstützung der Region Pays de la Loire, des Departements Loire-Atlantique und der Stiftung Fondation de France erworben)

Mathias Sandorf
ist der typischste Mittelmeer-Roman von Außergewöhnliche Reisen; die Handlung spielt sich vollständig an den Ufern des Mittelmeers ab, das der Geschichte eine herrliche geografische Kulisse bietet. Wie aus dem Manuskript hervorgeht, sollte der Roman ursprünglich den Titel Méditerranée (Mittelmeer) tragen.


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Jules Verne
Logbuch der Saint Michel III
MS 2753B – Ausstellungsabzüge (Bibliothek Louis Aragon, Gemeindeverband Amiens Métropole)

Für Mathias Sandorf ließ sich Jules Verne von seiner zweimonatigen Kreuzfahrt im Mittelmeer inspirieren. Ein Ereignis hatte den Autor damals besonders beeindruckt. In der Nacht vom 18. Juni geriet das Schiff in einen heftigen Sturm und wurde zu den Klippen vor der Küste der Insel Gozo (Maltesische Inseln) getrieben. Dank der Hilfe eines Lotsenbootes gelang es der Saint-Michel III mühsam, in einem Fahrwasser Schutz zu finden. In dem Roman entgeht Dr. Antekirtts Ferrato dieser Gefahr unter sehr ähnlichen Umständen.


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Fotografie der Great Eastern
Milford Haven, um 1870
Ausstellungsabzug (Archive, Wales)

Dieses Passagierschiff, ein wahrer „Leviathan der Meere“, wurde von dem Ingenieur Isambard Kingdom Brunel gebaut und 1860 in Betrieb genommen. Es war zu seiner Zeit das größte Schiff, das je gebaut wurde. Das 211 Meter lange und 25 Meter breite Schiff mit einer Kapazität für 4.000 Passagiere war mit Wasserrädern und zwei leistungsstarken Dampfmaschinen ausgestattet. Dieser Antrieb stellte übrigens die Hauptattraktion der Reise dar.

Die Great Eastern war als Handelsschiff konzipiert worden, aber aufgrund ihrer zu großen Abmessungen, die sie für das Be- und Entladen von Waren in den meisten Häfen ungeeignet, schwierig zu steuern und anfällig für Stürme machten, war ihr kommerzieller Betrieb ein Misserfolg. Bereits 1864 wurde der Ingenieur Cyrus West Field damit beauftragt, Änderungen vorzunehmen, um das Schiff in ein Kabelschiff umzuwandeln. Das Schiff wurde dann für die Verlegung von Transatlantikkabeln zwischen Irland und der amerikanischen Küste gechartert, was es auch erfolgreich tat, bevor es 31 Jahre nach dem Stapellauf zum Abbau verurteilt wurde.


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Jean-Marc Deschamps
Die Great Eastern
Modell inspiriert am Roman Eine schwimmende Stadt, 2004
MJV G179  (Kauf vom Künstler, 2008)


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Jules Verne
Eine schwimmende Stadt
Verlag Hetzel, Paris, 1872
MJV A350

Im Jahr 1867 überquerten Jules und Paul Verne an Bord der Great Eastern den Atlantik von Liverpool nach New York. Der Autor berichtete von dieser Reise in seinem Bordbuch, das den 1871 veröffentlichten Roman Eine schwimmende Stadt  nährte.


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Arthur Mangin
Zeitschrift La science en famille
Die Great Eastern und das Transatlantikkabel
Zeitschrift Musée des Familles, Paris, 1865-1866
MJV A623

Das von dem Ingenieur Cyrus West Field umgebaute Passagierschiff wurde von 1865 bis 1866 für die Verlegung eines Telegrafenkabels zwischen Irland und Neufundland eingesetzt. Dank seiner gigantischen Abmessungen konnten 4.000 Tonnen Kabel mit einer Länge von über 5.790 Kilometern verladen werden.


Die Kartografie der Seereisen
von Jules Verne

Ab 1866 stach Jules Verne regelmäßig in See und ging, wann immer er konnte, an Bord eines seiner Schiffe.Seine gesamten Seereisen, Küstenschifffahrten und Kreuzfahrten an Bord der Saint-Michel wurden von Philippe Valetoux, einem Kapitän der Seeschifffahrt, untersucht und in seinem Werk Jules Verne, en mer et contre tous (Jules Verne: auf See, allen Widrigkeiten zum Trotz) (2005) beschrieben.

Die nebenstehende Karte wurde auf der Grundlage dieser Recherchen erstellt und zeigt eine vereinfachte Darstellung der wichtigsten Seereisen von Jules Verne.


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Reisekoffer aus dem Besitz von Jules Verne
Leder und Innenfutter aus beschichtetem Leinen
MJV G235 (Auf einer öffentlichen Auktion gekauft)

Der Koffer stammt von der Pariser Kofferhersteller-Marke Au départ, die 1834 gegründet wurde und sich in der 29 Avenue de l’Opéra in Paris befand.
Der Buchstabe „V“ wie Verne ist auf beiden Seiten weiß aufgemalt


Fortsetzung des Besuchs